Wenn du Stegplatten für Terrassendach, Carport oder Gewächshaus aussuchst, taucht früher oder später der Begriff Lichttransmission (kurz Tau oder LT) auf. Er sagt dir, wie viel des sichtbaren Tageslichts durch die Platte hindurchkommt – angegeben in Prozent. Klingt simpel, wird aber oft missverstanden, weil Materialstärke, Farbe und Struktur die Werte stark verschieben. In diesem Ratgeber ordnen wir die typischen Zahlen ein und zeigen dir, welcher Wert für welchen Zweck sinnvoll ist.
Was der Lichttransmissionswert genau angibt
Der Lichttransmissionsgrad beschreibt den Anteil des sichtbaren Lichts (Wellenlänge ca. 380–780 nm), der durch die Platte dringt. Eine glasklare Fensterscheibe liegt bei rund 90 %. Stegplatten erreichen je nach Aufbau meist 25 bis 82 %. Wichtig: Der Wert bezieht sich nur auf sichtbares Licht – nicht auf Wärme (Infrarot) oder UV-Strahlung. Eine Platte kann also viel Licht durchlassen und trotzdem Wärme abhalten, wenn sie entsprechend beschichtet ist.
Typische Werte nach Stärke und Farbe
Als grobe Orientierung für Polycarbonat-Stegplatten:
- Klar/Farblos 10 mm (Doppelsteg): ca. 78–82 % – die hellste Variante, fast wie Tageslicht.
- Klar/Farblos 16 mm: ca. 62–72 % – durch mehr Stege und Kammern etwas weniger.
- Opal/Weiß (lichtstreuend): ca. 38–50 % – diffuses, blendfreies Licht ohne harte Schatten.
- Bronze/Grau: ca. 25–45 % – deutlich abgedunkelt, angenehm bei starker Sonne.
Je dicker die Platte und je mehr Stegebenen, desto mehr Licht wird an den inneren Wänden gestreut und geschluckt. Deshalb ist eine 16-mm-Platte immer etwas dunkler als eine 10-mm-Platte gleicher Farbe. Wie sich die Stärken sonst unterscheiden, liest du im Ratgeber 10 mm oder 16 mm – welche Stärke wirklich nötig ist.
Klar, Opal oder Bronze – welche Farbe für welchen Zweck?
Der höchste Wert ist nicht automatisch der beste. Es kommt darauf an, was du unter dem Dach machst:
- Terrassendach zum Sitzen: Opal ist oft ideal – es kommt viel Licht durch, aber die Sonne blendet nicht und es entsteht kein Treibhaus-Effekt an heißen Tagen.
- Carport: Klar oder Bronze; hier zählt weniger Blendfreiheit als Helligkeit oder Sichtschutz von oben.
- Gewächshaus: Möglichst hohe Lichttransmission (klar oder Opal), weil Pflanzen das Licht zum Wachsen brauchen. Details dazu findest du in unserer Anleitung Gewächshaus selber bauen mit Stegplatten.
Lichttransmission ist nicht gleich Wärmeschutz
Ein häufiger Denkfehler: Wer glaubt, eine dunkle Platte schütze automatisch vor Hitze, liegt nur halb richtig. Getönte Platten reduzieren zwar den Lichteintrag, für echten Hitzeschutz sorgen aber spezielle IR-reflektierende Beschichtungen, die Wärmestrahlung zurückwerfen, ohne den Raum stark abzudunkeln. Auch das Material spielt eine Rolle – die Unterschiede zwischen den Kunststoffen erklären wir im Vergleich Polycarbonat vs. Acryl.
UV-Schutz nicht mit Lichtdurchlässigkeit verwechseln
Qualitäts-Stegplatten haben eine koextrudierte UV-Schutzschicht auf der Wetterseite. Diese hält die schädliche UV-Strahlung ab, die den Kunststoff sonst vergilben und verspröden lässt – reduziert aber das sichtbare Licht kaum. Achte beim Kauf darauf, dass die Platte mit UV-Schutz geliefert wird und montiere sie mit der markierten Seite nach oben. Mehr dazu in UV-Schutz bei Bauplatten – was wirklich hilft.
So liest du das Datenblatt richtig
- Prüfe, ob der Wert für sichtbares Licht (LT/Tau v) oder für den Gesamtenergiedurchlass (g-Wert) gilt – das sind zwei verschiedene Dinge.
- Vergleiche nur Platten gleicher Stärke und Struktur miteinander.
- Bei Herstellerangaben ohne Struktur-Info im Zweifel nachfragen – bei uns hilft die kostenlose Beratung gern weiter.
Fazit: Der Lichttransmissionswert ist ein guter erster Anhaltspunkt, aber kein Alleinentscheider. Überlege dir zuerst, wie hell und wie blendfrei es unter dem Dach sein soll, und wähle dann Farbe und Stärke passend dazu. Wenn du gerade planst, lohnt sich ein Blick in unsere Black-Weeks-Angebote – dort bekommst du klare, Opal- und getönte Stegplatten oft deutlich günstiger.
