Wellplatten Sinus oder Trapez — was passt zu welchem Projekt?

Wellplatten Sinus oder Trapez — was passt zu welchem Projekt?

Wellplatten sind seit Jahrzehnten die klassische Dachhaut für Carports, Schuppen, Vordächer und einfache Überdachungen. Aber: welches Profil passt zu welchem Projekt — Sinus 76/18 oder Trapez? Und welches Material — Polycarbonat, PVC oder PET? In diesem Ratgeber gehen wir die wichtigsten Fragen Schritt für Schritt durch, vergleichen die Profile direkt und geben dir konkrete Empfehlungen für die typischen DIY-Anwendungen.

Was du in diesem Artikel lernst

  • Was Wellplatten von Stegplatten unterscheidet und wann sie die bessere Wahl sind
  • Der Direktvergleich Sinus 76/18 und Trapez — Bauform, Optik, Einsatzbereich
  • Polycarbonat, PVC oder PET — welches Material wofür
  • Welche Verlegesysteme zu welchem Profil passen
  • Konkrete Empfehlungen für Carport, Gewächshaus und Vordach

Wellplatten oder Stegplatten — was ist der Unterschied?

Stegplatten sind doppel- oder mehrwandige Platten mit innen liegenden Hohlkammern. Wellplatten dagegen sind einwandige Platten mit profilierter Form (Wellen oder Trapeze). Die Welle gibt der Platte die Steifigkeit, nicht die Materialstärke.

Vorteile von Wellplatten: deutlich günstiger pro m², schneller verlegt, einfacher zuzuschneiden, sehr robust gegen Punktlasten. Nachteile: schlechtere Wärmedämmung (weil keine Hohlkammern), weniger sauberer Look als Stegplatten, mehr Verschnittüberlappung beim Verlegen.

Eine vollständige Übersicht aller Profile und Materialien findest du in der Wellplatten-Collection.

Profile im Direktvergleich

Sinus 76/18 — der DIY-Klassiker

Die Bezeichnung 76/18 steht für die Maße der Welle: 76 mm Wellenbreite, 18 mm Wellenhöhe. Die Welle ist sinusförmig (rund) und gibt der Platte eine charakteristische gleichmäßige Optik. Sinus 76/18 ist das mit Abstand verbreitetste Wellprofil im DIY-Bereich. Es passt zu fast allen Wellplattenzubehör-Komponenten (Wellprofilleisten, Wandanschluss-Schaumband, Kalotten-Schrauben) und ist in vielen Materialien (Polycarbonat, PVC, PET) lieferbar.

Trapez-Profil — der Industrie-Look

Trapezplatten haben kantige, trapezförmige Wellen mit höherer Wellenhöhe (oft 25-40 mm). Das macht sie biegesteifer und ermöglicht größere Sparrenabstände bei gleicher Belastung. Optisch wirken sie industrieller und moderner — sie werden in Carports, Werkstätten, Vordächern und gewerblichen Anwendungen eingesetzt. Trapezplatten sind in der Regel etwas teurer als Sinus, aber bei größeren Spannweiten die statisch bessere Wahl.

Direktvergleich

  • Sinus 76/18: klassische Optik, sehr viele kompatible Zubehörteile, günstig, ideal für kleine bis mittlere DIY-Anwendungen
  • Trapez: moderne Optik, höhere Tragfähigkeit, weniger Verschnittüberlappung, etwas teurer, ideal für Carports und größere Flächen

Material: Polycarbonat, PVC oder PET?

Polycarbonat-Wellplatten

Polycarbonat ist die robusteste Variante: hagelfest (200x schlagzäher als Glas), UV-stabil bei UV-Koextrusion, langlebig. Klar, opal und bronze erhältlich. Polycarbonat-Wellplatten halten bei sachgemäßer Verlegung viele Jahre — eine langfristig wirtschaftliche Wahl. Die offiziellen UV- und Lebensdauer-Angaben findest du beim Hersteller der jeweiligen Linie. Übersicht in der Polycarbonat-Wellplatten-Collection.

PVC-Wellplatten

PVC ist die günstigste Variante. Vorteile: sehr preiswert, schnell verlegt, ausreichend für temporäre Anwendungen. Nachteile: weniger UV-stabil als Polycarbonat, kann nach 5-10 Jahren spröde werden und vergilben, weniger schlagfest. Geeignet für: einfache Schuppen, Provisorien, Gewächshäuser im günstigen Segment. PVC/PET-Wellplatten-Collection.

PET-Wellplatten

PET ist der Mittelweg: deutlich UV-stabiler als PVC, aber günstiger als Polycarbonat. Optisch oft klarer als Polycarbonat. Gut geeignet für Anwendungen mit mittlerem Anspruch — z.B. überdachte Gartenbereiche, Lichteinlässe in Schuppen, einfache Wintergartenwände.

Plattenstärke bei Wellplatten — wo liegt der Unterschied?

Wellplatten gibt es in unterschiedlichen Materialstärken: bei Polycarbonat-Welle sind 0,8 bis 1,4 mm üblich, bei PVC oft 0,8 bis 1,2 mm, bei Trapez 1,0 bis 1,5 mm. Die Stärke beeinflusst Tragfähigkeit, Hagelfestigkeit und Lebensdauer.

0,8 mm — die günstige Variante

Für kleine Anwendungen mit geringer Belastung (Gewächshaus, Vordach in Zone 1, Sichtschutzwand) reicht oft 0,8 mm. Sparrenabstand reduzieren, dann ist es eine solide Lösung.

1,0 mm — der Allrounder

1,0 mm ist die meistverkaufte Stärke bei Polycarbonat-Wellplatten. Ausgewogen für Carport, Schuppen, Vordach und mittlere Gewächshäuser.

1,2-1,4 mm — die robuste Variante

Bei Carports in Hagelregionen, größeren Spannweiten oder exponierten Lagen empfiehlt sich die dickere Variante. Etwas teurer, aber spürbar robuster.

Verarbeitungstipps für die Praxis

Auch bei Wellplatten gibt es typische Fehler, die man mit wenig Mühe vermeidet:

Bohrlöcher etwas größer als Schraube

Wegen der Wärmedehnung sollte das Bohrloch in der Welle etwa 2-3 mm größer sein als der Schrauben-Durchmesser. Die Kalotte mit EPDM-Dichtung sorgt für die Abdichtung. Wer mit zu engem Loch arbeitet, bekommt im Sommer-Winter-Wechsel Spannungsrisse.

Schrauben in den Wellenrücken, nicht ins Tal

Standard und trotzdem oft falsch gemacht: die Schraube gehört auf den Berg der Welle, nicht ins Tal. Im Tal stauen sich Wasser und Schmutz, die Dichtung bekommt einen schlechten Sitz.

Genug Schrauben — und richtig verteilt

Faustregel: pro Quadratmeter Wellplatte 6-8 Schrauben. An den Plattenrändern jede zweite Welle, in der Mitte jede dritte Welle. An den Ecken (Sturm-kritisch) noch dichter setzen.

Schutzfolie erst nach der Montage abziehen

Die Schutzfolie auf neuen Polycarbonat-Wellplatten erst nach dem Verlegen entfernen — sonst verkratzt die Platte schon beim Tragen und Sägen.

Welche Schrauben und Verlegesysteme passen?

Wellprofilleisten

Wellprofilleisten (auch Konterlatten genannt) sind Holz- oder Kunststoff-Streifen, die der Wellenform der Platte angepasst sind. Sie werden auf den Sparren montiert und schaffen eine durchgehende Auflage für die Platte. Wichtig: das Profil der Wellprofilleiste muss zur Welle der Platte passen — also Sinus 76/18 zu Sinus 76/18, Trapez zu Trapez.

Kalotten-Schrauben

Wellplatten-Schrauben haben eine Kalotte (eine gewölbte Dichtungs-Scheibe), die sich der Welle der Platte anpasst. Sie werden in den Wellenrücken (also den höchsten Punkt der Welle) geschraubt, nicht in das Wellental — das ist die häufigste Fehlerquelle bei DIYern. Edelstahl-Wellplattenschrauben mit EPDM-Dichtung sind Pflicht im Außenbereich.

Wandanschluss und Firstabdeckung

Am Wandanschluss verwendest du ein Wandanschluss-Profil aus Aluminium oder Blech, kombiniert mit Schaumband, das die Welle nach oben hin abdichtet. Am First (wenn dein Carport ein Satteldach hat) brauchst du eine Firstabdeckung, die beide Plattenseiten verbindet.

Anwendung: was passt zu welchem Projekt?

Carport mit Wellplatten

Für einen Carport empfehlen wir Polycarbonat-Wellplatten — entweder Sinus 76/18 bei Standardspannweiten oder Trapez bei größeren Sparrenabständen. Klar oder opal für viel Licht, bronze für reduzierte Aufheizung. Polycarbonat ist gegenüber PVC die wirtschaftlichere Wahl auf 15-20 Jahre gerechnet. Detaillierte Anleitung: Carport eindecken.

Gewächshaus mit Wellplatten

Klassisch werden Gewächshäuser oft mit Sinus-76/18-Wellplatten aus Polycarbonat oder PET eingedeckt. Sie geben dir maximales Tageslicht und sind günstiger als Stegplatten. Bei kleinen Hobby-Gewächshäusern reicht oft 0,8 oder 1,0 mm starke Wellplatte. Bei größeren Modellen 1,2-1,4 mm oder direkt 10 mm Stegplatten — siehe unsere Gewächshaus-Anleitung.

Vordach mit Wellplatten

Für ein kleines Vordach über der Haustür oder Kellertreppe sind Wellplatten ideal: schnell verlegt, günstig, optisch unauffällig. Sinus 76/18 in Polycarbonat klar ist die Standardwahl. Wandanschluss sorgfältig abdichten — bei kleinen Vordächern ist das oft der einzige Schwachpunkt.

Geräteschuppen oder einfacher Wetterschutz

Wenn der Aufenthaltszweck zweitrangig ist und es nur um Wetterschutz für Holz, Müll oder Werkzeug geht, sind PVC-Wellplatten die budget-freundlichste Wahl. 5-10 Jahre Lebensdauer sind realistisch — danach Austausch einplanen.

Sichtschutzwand

Wellplatten in opal oder bronze geben einen guten Sichtschutz und lassen trotzdem Licht durch. Mit einer simplen Holzkonstruktion kannst du eine Sichtschutzwand für Mülltonnen, Heizöltank oder ähnliches in wenigen Stunden bauen.

Was kostet eine Wellplatten-Eindeckung 2026?

Realistische Preise pro m² für gängige Wellplatten ohne Aktionen:

  • PVC-Welle 1,0 mm: rund 8-15 €/m²
  • PET-Welle 1,0 mm: rund 15-22 €/m²
  • Polycarbonat-Welle Sinus 76/18 1,0 mm: rund 18-28 €/m²
  • Polycarbonat-Welle Trapez 1,2 mm: rund 22-32 €/m²

Plus Zubehör (Wellprofilleisten, Kalotten-Schrauben, Wandanschluss, Firstabdeckung): rund 6-12 €/m². In der laufenden Sommer-Aktion 2026 sind ausgewählte Wellplatten ebenfalls reduziert.

Häufige Fragen zum Thema

Wie groß ist die Überlappung zwischen Wellplatten?

Bei Sinus 76/18 ist eine seitliche Überlappung von einer Welle Standard. Bei Trapez je nach Profil eine halbe Welle. In Längsrichtung mindestens 20 cm. Wichtig: Überlappung in Richtung Wasserablauf orientieren — also obere Platte überlappt untere Platte.

Kann ich Wellplatten selbst zuschneiden?

Ja, mit Stichsäge oder Handkreissäge mit Feinzahn-Sägeblatt. Bei Polycarbonat eher langsam sägen, bei PVC zügig. Auf saubere Schnittkanten achten — Risse entstehen schnell.

Welche Sparrenabstände sind mit Wellplatten möglich?

Bei Sinus 76/18 in Polycarbonat (1,0 mm) sind in Zone 1 bis 70 cm Sparrenabstand machbar, in Zone 2 bis 60 cm. Bei Trapezprofilen je nach Bauhöhe deutlich mehr — bis 90 cm in Zone 1.

Brauche ich Wellprofilleisten zwingend?

Ja. Ohne Wellprofilleiste schaffst du keine durchgehende Auflage — die Platte hat dann nur an den Wellenbergen Kontakt mit dem Sparren und bricht bei Last leicht. Mit Wellprofilleiste ist die Auflage gleichmäßig und stabil.

Sind Wellplatten in Farbe lieferbar?

Ja — neben klar gibt es Wellplatten in opal-weiß, bronze und gelegentlich auch in farbigen Varianten (grün, rot). Klar ist die gängigste Wahl für Lichteinlässe, opal für Sichtschutz von oben, bronze für Sonnenschutz.

Kann ich Wellplatten direkt auf alte Dachpappe legen?

Nicht zu empfehlen. Die alte Dachpappe ist meist nicht plan und die Wellplatte verzieht sich. Besser: alte Dachpappe abziehen, Sparren prüfen, Wellprofilleisten setzen, dann eindecken. Mehr Aufwand, aber dauerhaft besseres Ergebnis.

Wie pflege ich Wellplatten?

Einmal jährlich mit milder Seife und weichem Tuch reinigen. Keine groben Schwämme, keine aggressiven Lösungsmittel. Bei Polycarbonat sind die gleichen Pflegeregeln wie bei Stegplatten — siehe unsere Pflege-Anleitung.

Fazit

Wellplatten sind die unterschätzte DIY-Lösung: günstig, schnell verlegt, robust. Sinus 76/18 ist der Klassiker, Trapezprofile sind die statisch stärkere Variante für größere Spannweiten. Polycarbonat ist die langlebigste Wahl, PVC die günstigste, PET der Mittelweg. Für Carports, Gewächshäuser, Vordächer und Schuppen findest du in der Wellplatten-Collection die passende Variante. Spezifisch in Polycarbonat-Welle und PVC/PET-Welle. Bei Fragen zur Auswahl: hello@biwo-bauwelt.com, Mo-Fr 9-18 Uhr.

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