Viele Carports wurden vor Jahren offen aufgestellt oder nur mit dünner Bitumen-Bedeckung versehen. Heute soll das Dach dichter und wetterfester werden. Kannst du nachträglich Bauplatten auflegen — ohne die ganze Konstruktion neu zu bauen? In den meisten Fällen ja. Wir zeigen dir, wie.
Was du in diesem Artikel lernst
- Wann eine Nachrüstung überhaupt möglich ist
- Welche Bauplatten sich für Carport eignen
- Wie du die Statik prüfst
- Schritt-für-Schritt-Anleitung für den DIY-Aufbau
Voraussetzung: Statik prüfen
Der wichtigste Punkt: Trägt deine bestehende Unterkonstruktion die zusätzliche Last? Ein Carport mit Wellplatten bringt (je nach Material) 5-10 kg/m² zusätzlich mit — dazu Schneelast in vielen Regionen 75-200 kg/m².
Sichtprüfung
Bei Holzkonstruktion: Sparren auf Fäulnis prüfen, Verbindungen (Bolzen, Nägel) auf Rost. Bei Stahl: Rost- und Schweißnahtcheck. Wenn du dir unsicher bist, ist eine Stunde Statiker gut investiert.
Sparren-Abstände
Für Wellplatten reichen 60-90 cm zwischen den Sparren. Für Stegplatten je nach Stärke 50-70 cm. Größere Abstände heißt: zusätzliche Pfetten quer einbauen.
Welche Bauplatten für Carport?
Wellplatten — der Klassiker
Die Polycarbonat-Wellplatten sind für Carport ideal: leicht, bruchresistent, guter Lichteinfall. Besonders die PC Trapez 76/18 ist hier ein Bestseller.
Stegplatten — für höheren Anspruch
Wer mehr Wärmedämmung will (z.B. bei Carport mit Werkstatt-Nutzung), wählt 10mm oder 16mm Stegplatten.
PVC-Wellplatten — die günstige Variante
Für Kurzzeit-Lösungen oder rein optische Bedachung. Nicht die erste Wahl bei Schneelast.
Zubehör, das du brauchst
- Alu-Verlegeprofile (bei Stegplatten Pflicht)
- Spenglerschrauben mit Dichtscheibe
- Butylband und Firstprofile
- Dachrinne + Fallrohr

Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Fläche vermessen: Länge x Breite der zu bedachenden Fläche. Rechne 5% Verschnitt drauf.
- Sparren checken: Fehlerhafte oder morsche Balken vor der Verlegung austauschen.
- Neigung prüfen: Mindestens 3° empfohlen bei Wellplatten, 5° bei Stegplatten. Sonst Gefällekeile einbauen.
- Bauplatten verlegen: Immer von unten nach oben (Traufe → First), Überlappung 1 Welle bei Wellplatten, oder Alu-Profil-Stoß bei Stegplatten.
- Verschrauben: Vorbohren, Schrauben auf Wellenberg, Dichtscheibe eindrücken, aber nicht deformieren.
- Dachrinne montieren: Alu-Rinne unter dem Traufblech, mit 2% Gefälle zum Fallrohr.
- Firstabdichtung: Beim Doppel-Carport oder Neigung zu einer Seite mit Firstprofil arbeiten.
Häufige Probleme und wie du sie löst
Zu wenig Neigung
Bei alten Carports oft ein Thema. Lösung: Gefällekeile aus KVH oder Zusatzsparren montieren.
Sparren zu schmal
Wenn Sparren nur 60 mm breit sind, hast du wenig Auflagefläche für Schrauben. Zusätzliche Latten quer aufnageln.
Anschluss ans Wohngebäude
Bei Anbau-Carports ist der Anschluss zur Hauswand mit Wandanschlussprofil und Butyldichtung Pflicht.
Wann Neubau doch besser ist
Wenn der Carport älter als 20 Jahre ist, morsche Balken hat oder statisch bei Schneelast am Limit ist — dann ist Nachrüstung kurzsichtig. Ein neuer Bausatz-Carport aus Holz oder Alu ist oft günstiger als Aufwand für Reparatur + Nachrüstung.
Häufige Fragen zum Thema
Brauche ich eine Baugenehmigung für die Nachrüstung?
In der Regel nicht, wenn der Carport bereits genehmigt oder verfahrensfrei ist und du nur die Bedachung erneuerst. Details je nach Bundesland — siehe unser Guide „Terrasse überdachen ohne Baugenehmigung".
Kann ich Bitumendach mit Bauplatten überdecken?
Grundsätzlich möglich, aber die Konstruktion muss die Doppel-Last tragen. Meist ist es besser, Bitumen zu entfernen und sauber neu zu bauen.
Wie viele Stunden dauert der DIY-Aufbau?
Für einen 15-20 m² Carport rechne mit einem langen Wochenende zu zweit.
Fazit
Ein bestehender Carport lässt sich in den meisten Fällen nachträglich sauber überdachen — mit Wellplatten oder Stegplatten aus unserem Sortiment. Für die richtige Materialwahl nutze unseren KI-Produktberater oder schreib uns an hello@biwo-bauwelt.com.
