Zerbrochene Scheiben, Zugluft an jeder Ecke und im Fruehjahr trotzdem kalt: Viele alte Gewaechshaeuser scheitern nicht am Gestell, sondern an der Verglasung. Wer sein Einfachglas gegen 10-mm-Hohlkammerplatten tauscht, bekommt ein leichteres, bruchsicheres und deutlich besser isoliertes Gewaechshaus - ohne gleich neu zu bauen. In diesem Ratgeber gehe ich mit dir ehrlich durch, warum sich der Umstieg lohnt, wie du sauber ausmisst, zuschneidest, die Kammern richtig abdichtest und die Platten sicher befestigst.
Was du in diesem Artikel lernst
- Warum Hohlkammerplatten Glas im Gewaechshaus oft schlagen
- Welche Plattenstaerke fuer welches Gewaechshaus sinnvoll ist
- Wie du die alten Scheibenmasse sauber uebernimmst und Luft fuer die Dehnung laesst
- Wie du die offenen Kammern richtig abdichtest, damit kein Wasser und Schmutz eindringt
- Wie du die Platten im vorhandenen Rahmen befestigst
- Wie du Material und Zubehoer in wenigen Minuten bestellst
Warum Hohlkammerplatten statt Glas?
Einfachglas hat im Gewaechshaus zwei Schwaechen: Es bricht leicht, und es isoliert kaum. Eine Doppelstegplatte mit 10 mm Staerke besteht dagegen aus zwei Deckschichten mit Luftkammer dazwischen - diese Luftschicht bremst den Waermeverlust deutlich. Laut Herstellerangaben liegt der Waermedurchgang einer 10-mm-Doppelstegplatte grob im Bereich um 3 W/m2K, waehrend Einfachglas eher bei rund 5,8 liegt. In der Praxis heisst das: Das Haus haelt die Waerme laenger, die Pflanzen starten frueher in die Saison.
Weitere Vorteile im Alltag
Hohlkammerplatten sind bruchsicher - ideal, wenn Kinder, Hagel oder ein Fussball im Spiel sind. Sie wiegen nur einen Bruchteil von Glas, was die Montage allein deutlich einfacher macht. Und das milchig gestreute Licht opaler Platten verteilt sich gleichmaessiger im Haus, sodass Pflanzen weniger Verbrennungen durch direkte Mittagssonne abbekommen. Ob du klar oder opal nimmst, haengt vom Standort ab - unser Beitrag klare oder opale Stegplatten hilft dir bei der Entscheidung.
Die richtige Plattenstaerke waehlen
Fuer die meisten Hobbygewaechshaeuser ist die 10-mm-Doppelstegplatte der Klassiker: guter Kompromiss aus Isolierung, Gewicht, Lichtdurchlass und Preis. Sie passt in der Regel in die vorhandenen Rahmenprofile aelterer Gewaechshaeuser, die oft fuer Glasstaerken um wenige Millimeter oder eben duenne Platten ausgelegt sind. Die passenden Platten findest du gebuendelt in der Kategorie 10-mm-Stegplatten. Wenn du unsicher bist, ob 10 mm zu deinem Rahmen und deiner Region passt, fuehrt dich der Produktberater in wenigen Schritten zur passenden Wahl.
Ausmessen und zuschneiden
Nimm die alten Scheiben als Schablone, aber miss trotzdem jede Oeffnung einzeln nach - alte Gewaechshaeuser sind selten exakt rechtwinklig. Wichtig: Plane an jeder Seite etwas Luft fuer die Waermedehnung ein. Kunststoff dehnt sich bei Sonne spuerbar aus - als grober Anhaltspunkt gelten laut Herstellerangaben rund 2,5 bis 3 mm pro Meter Plattenlaenge. Schneide die Platten also nicht auf Presspassung, sondern lass ein paar Millimeter Spiel.
Kammern immer senkrecht ausrichten
Verlege die Platten so, dass die Hohlkammern in Falllinie stehen - also senkrecht bzw. entlang des Gefaelles. Nur so kann Kondenswasser, das sich in den Kammern bildet, unten wieder ablaufen. Liegen die Kammern quer, staut sich Wasser und die Platte veralgt von innen. Zum Zuschneiden eignet sich eine feinzahnige Kreissaege oder eine Stichsaege mit feinem Blatt. Welches Werkzeug fuer welchen Schnitt am besten ist, liest du in unserem Ratgeber Stegplatten schneiden - welches Werkzeug.
Kammern abdichten - der wichtigste Schritt
Die offenen Enden der Hohlkammern sind die Schwachstelle jeder Stegplatte. Bleiben sie offen, ziehen Feuchtigkeit, Staub und Insekten hinein, und die Platte wird von innen unansehnlich. Deshalb gilt: obere Kante mit geschlossenem Aluminium-Klebeband versiegeln, untere Kante mit perforiertem Klebeband oder Anti-Staub-Band verschliessen. Das perforierte Band unten laesst Kondenswasser ablaufen, haelt aber Grobschmutz fern. Ideal ist die Kombination mit einem passenden U-Profil, das die Kante zusaetzlich schuetzt und sauber abschliesst.
Platten im Rahmen befestigen
Beim Umbau nutzt du in der Regel die vorhandenen Rahmenprofile und Klemmleisten des Gewaechshauses. Setze die Platte mit gleichmaessigem Randspiel ein und fixiere sie mit den Original-Klemmfedern oder Klemmleisten. Wenn du selbst verschraubst, gilt dasselbe wie bei jeder Stegplatte: mit passenden Dichtscheiben arbeiten, Loecher wegen der Waermedehnung leicht groesser vorbohren und nicht zu fest anziehen. So kann sich die Platte bewegen, ohne zu reissen. Achte darauf, die UV-geschuetzte Seite der Platte nach aussen zu legen - sie ist meist mit einer Schutzfolie markiert.
Das brauchst du / so bestellst du
Miss jede Oeffnung einzeln und notiere die Masse. Rechne den kleinen Dehnungsabzug ein und plane etwas Verschnitt fuer Fehlschnitte.
- Doppelstegplatten in 10 mm aus der Kategorie 10-mm-Stegplatten, klar oder opal je nach Standort
- Aluminium-Klebeband (geschlossen) fuer oben, perforiertes Band fuer unten
- U-Profile zum sauberen Kantenabschluss
- Passende Dichtscheiben, falls du selbst verschraubst
Welche Plattenstaerke und welche Farbe fuer dein Gewaechshaus ideal sind, klaerst du am schnellsten mit der Stegplatten-Kaufberatung. Wenn du ohnehin ueberlegst, gleich ein groesseres oder neues Haus zu bauen, findest du auf unserer Projektseite Gewaechshaus selber bauen die passende Anleitung. Bei Fragen zur Auslegung schreib uns an hello@biwo-bauwelt.com.
Haeufige Fragen zum Thema
Kann ich das Glas meines alten Gewaechshauses einfach durch Stegplatten ersetzen?
In den meisten Faellen ja. Die 10-mm-Doppelstegplatte passt oft in die vorhandenen Klemmprofile. Miss die Nut aus und pruefe im Zweifel mit dem Produktberater oder per Mail, ob die Staerke passt.
Welche Plattenstaerke ist fuers Gewaechshaus richtig?
Fuer Hobbygewaechshaeuser ist 10 mm der bewaehrte Standard - guter Kompromiss aus Isolierung, Gewicht und Preis. In sehr kalten Regionen kannst du ueber dickere Platten nachdenken, sofern der Rahmen sie aufnimmt.
Warum muessen die Kammern senkrecht stehen?
Damit Kondenswasser aus den Hohlkammern nach unten ablaufen kann. Liegen die Kammern quer, staut sich Wasser und die Platte veralgt von innen.
Muss ich die offenen Plattenkanten wirklich abkleben?
Ja, unbedingt. Oben mit geschlossenem Alu-Band, unten mit perforiertem Band. Sonst ziehen Feuchtigkeit, Staub und Insekten in die Kammern und die Platte wird von innen unansehnlich.
Wie viel Spiel muss ich fuer die Waermedehnung lassen?
Als grober Anhaltspunkt gelten laut Herstellerangaben rund 2,5 bis 3 mm pro Meter Plattenlaenge. Schneide nie auf Presspassung und bohre Schraubloecher leicht groesser vor.
Womit schneide ich die Platten am besten?
Mit einer feinzahnigen Kreissaege fuer lange, gerade Schnitte oder einer Stichsaege mit feinem Blatt fuer Ausschnitte. Details dazu findest du in unserem Werkzeug-Ratgeber.
Fazit
Glas gegen 10-mm-Hohlkammerplatten zu tauschen ist einer der lohnendsten Umbauten am Gewaechshaus: bruchsicher, leicht, deutlich besser isoliert - und du kannst die vorhandenen Rahmenprofile weiternutzen. Wichtig sind saubere Masse mit etwas Dehnungsspiel, senkrecht stehende Kammern und ein ordentlicher Kantenabschluss. Such dir die passende Platte in unserer Kategorie 10-mm-Stegplatten aus oder lass dich vom Produktberater fuehren. Fragen? Schreib uns an hello@biwo-bauwelt.com.
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