Ein Carport, das gleichzeitig Strom liefert – die Idee ist verlockend. Doch geht das überhaupt, wenn das Dach aus lichtdurchlässigen Bauplatten besteht? Die kurze Antwort: Ja, aber nicht direkt auf den Platten. In diesem Ratgeber erklären wir dir, wie du Photovoltaik und Stegplatten sinnvoll kombinierst und worauf du bei Statik und Montage achten musst.
Warum Module nicht direkt auf die Platten gehören
Polycarbonat-Stegplatten sind leicht und lichtdurchlässig – aber sie sind keine tragende Fläche für schwere Solarmodule. Sie tragen ihr Eigengewicht plus Schnee- und Windlast, nicht aber zusätzlich verschraubte Modulreihen. Die Last der Module muss deshalb immer in die tragende Unterkonstruktion (Sparren, Pfetten, Pfosten) eingeleitet werden, nicht in die Eindeckung.
Wie tragfähig deine Konstruktion sein muss, hängt von Sparrenabstand und Lasten ab – das rechnest du am besten vorab mit unserem Statik- und Windsog-Ratgeber durch.
Zwei bewährte Lösungswege
- Teilbelegung: Ein Teil des Dachs wird mit Solarmodulen belegt, der Rest bleibt lichtdurchlässig mit Stegplatten – so bleibt es unter dem Carport hell.
- Aufständerung über den Platten: Ein zusätzliches Montagegestell wird auf den Sparren verankert und trägt die Module oberhalb der Eindeckung. Die Platten schützen weiterhin vor Regen.
Das brauchst du
- Statisch ausgelegte Unterkonstruktion (verstärkte Sparren/Pfetten)
- Solar-Montagesystem mit Dachhaken oder Stockschrauben für die Sparren
- Aluminium-Montageschienen und Modulklemmen
- Solarmodule und passende Verkabelung
- Wechselrichter, Akkuschrauber, Drehmomentschlüssel
- Dichtmanschetten für Kabeldurchführungen
Schritt für Schritt
- Statik prüfen (lassen): Kläre zuerst, ob die Konstruktion die zusätzliche Last trägt. Bei nachträglicher Belegung ist oft eine Verstärkung der Sparren nötig. Im Zweifel einen Statiker fragen.
- Unterkonstruktion vorbereiten: Baue oder verstärke die tragende Alu-Konstruktion. Unsere Anleitung Alu-Unterkonstruktion selber bauen zeigt das Grundgerüst.
- Montagepunkte setzen: Verschraube die Dachhaken oder Stockschrauben des Solar-Montagesystems direkt in den Sparren – niemals nur in die Stegplatte. Kabeldurchführungen sauber abdichten.
- Schienen montieren: Richte die Alu-Montageschienen parallel aus und verschraube sie mit den Haken.
- Stegplatten verlegen: Decke die übrigen (lichtdurchlässigen) Flächen mit Stegplatten ein. Wie das sauber gelingt, liest du unter Carport mit 16-mm-Stegplatten eindecken.
- Module setzen und klemmen: Lege die Module auf die Schienen und fixiere sie mit den Klemmen (Drehmoment beachten).
- Elektrik anschließen: Verkabelung und Wechselrichter-Anschluss gehören in die Hand einer Elektrofachkraft – die Anmeldung beim Netzbetreiber nicht vergessen.
Worauf du beim Bohren und Schrauben achten musst
Damit die Platten bei Temperaturschwankungen arbeiten können, müssen Bohrlöcher größer als der Schraubenschaft sein und mit Dichtscheiben verschlossen werden. Die richtige Technik zeigen wir dir im Beitrag Bauplatten bohren und schrauben – die richtige Technik.
Material und Beratung
Welche Plattenstärke unter einer Solaranlage sinnvoll ist, klärt unser Bauplatten-Kaufberater 2026. Alle Guides findest du gesammelt auf der Ratgeber-Seite. Passende Stegplatten und Profile gibt es gerade günstig in der Black-Weeks-Collection – die besten Deals im Überblick im Beitrag Black Week August 2026.
Fazit: Solar auf dem Carport funktioniert prima – solange die Last in die tragende Konstruktion geht und nicht in die Platten. Plane Statik und Verkabelung sorgfältig und hol dir für den Stromanschluss eine Fachkraft. Fragen zur Plattenwahl? Schreib uns an hello@biwo-bauwelt.com oder ruf an unter 04158 9179792.