Ein Vordach über der Haustür schützt dich vor Regen, wenn du den Schlüssel suchst, spart Aufwischen im Flur — und peppt die Fassade optisch auf. Für den DIY-Bau brauchst du ein Wochenende, Grundwerkzeug und Stegplatten. Hier bekommst du die komplette Anleitung.
Was du in diesem Artikel lernst
- Wie du dein Vordach richtig planst (Größe, Neigung, Wandanschluss)
- Komplette Materialliste
- Werkzeug-Übersicht
- Schritt-für-Schritt Aufbau von Unterkonstruktion bis Randabschluss
- Wandanschluss und Ablauf-Details
Planung: das Vordach richtig auslegen
Größe
Ein Standard-Vordach ist typisch 1,5 bis 2 m breit und 1 bis 1,5 m tief (also ab Wand nach vorne). Das reicht, um beim Öffnen der Tür trocken zu bleiben. Größere Modelle sind natürlich möglich — dann prüfe die Baugenehmigungspflicht in deinem Bundesland (Details im Ratgeber „Terrassendach ohne Baugenehmigung").
Neigung
5-10° reicht. Wichtig ist nur, dass Wasser sicher abläuft. Bei geringerer Neigung staut sich Regen, bei größerer wird die Optik seltsam.
Wandanschluss
Der Übergang von Vordach zur Hauswand muss regen- und schneesicher sein. Klassisch mit einer Wandanschluss-Leiste aus Aluminium plus Dichtungsmasse. Details später im Aufbau.
Materialliste (Beispiel 1,5 × 1 m)
- 2 × Sparren aus Konstruktionsholz (KVH), 90 × 50 mm, 1,2 m lang
- 2 × Pfetten (Wand-Auflager und vordere Traufe), 90 × 50 mm, 1,5 m lang
- 2 × 10 mm Stegplatten, ca. 105 × 100 cm (dann sichtbar 1,0 m breit pro Bahn)
- Verlegeprofil-Set für 10 mm — Mittel-, Rand-, Endprofile passend
- Alu-Klebeband und Dampfdurchlass-Band für die Stirnseiten
- Wandanschluss-Leiste aus Aluminium
- Dichtungsmasse (Silikon oder PU-Dichtmasse)
- Schrauben: 6 × 100 mm für die Konstruktion, plus systempassende Verlegeschrauben
- Schwerlast-Dübel für den Wandanschluss
Alle passenden Komponenten in 10 mm Stegplatten und Verlegesysteme.
Werkzeug
- Akkuschrauber mit Bit-Set
- Bohrmaschine mit Metall- und Steinbohrern (für Wandanschluss)
- Stichsäge mit Feinzahn-Blatt
- Wasserwaage (kurz und lang)
- Zollstock, Bleistift, Winkel
- Leiter
- Handschuhe, Schutzbrille

Schritt-für-Schritt Aufbau
Schritt 1: Wand-Auflager anbringen
Die erste Pfette wird direkt an die Hauswand geschraubt — auf Höhe, wo das Vordach beginnen soll (typisch 20-30 cm über der Türoberkante). Wichtig: Pfette waagerecht ausrichten mit der Wasserwaage. Schwerlast-Dübel, mindestens 4 pro Meter.
Schritt 2: Vordere Traufe montieren
Die zweite Pfette wird parallel zur ersten aufgestellt — mit der gewünschten Neigung (5-10° tiefer). Dazu kannst du senkrechte Stützen mit Bodenanker verwenden, oder du hängst die Pfette an schräge Streben, die vom Haus aus schrägen. Der Klassiker: zwei Kragarm-Streben mit einem gleichseitigen Dreieck an die Wand.
Schritt 3: Sparren einlegen
Zwischen die beiden Pfetten kommen die Sparren — parallel, im Abstand, der zur Plattenbreite passt (typisch 105 cm bei 1050 mm Plattenbreite mit Deckprofil). Sparren mit Winkel-Verbindungen verschrauben.
Schritt 4: Basisprofile aufschrauben
Auf die Sparren kommen die Basisprofile deines Verlegesystems (typisch Deckprofil-System). Mittelprofile zwischen Sparrenpaaren, Randprofile am Rand.
Schritt 5: Stegplatten-Stirnseiten vorbereiten
Alu-Klebeband oben (verhindert Wassereintritt), Dampfdurchlass-Band unten (lässt Kondenswasser raus). Dieser Schritt wird gerne vergessen und rächt sich später.
Schritt 6: Platten einlegen und Deckprofile aufsetzen
Stegplatten in die Basisprofile einlegen (UV-Seite nach oben!). Dichtungen einlegen, Deckprofile aufklicken oder verschrauben. Details im Ratgeber Deckprofil A2 System.
Schritt 7: Wandanschluss dicht machen
Wandanschluss-Leiste über die obere Kante der Platte anbringen — sie verhindert, dass Wasser hinter die Konstruktion läuft. Mit Dichtmasse oben und an den Seiten sauber abdichten. Bei Klinker-Fassaden zusätzlich eine Nut fräsen und die Leiste einlassen — dauerhafter, aber aufwendiger.
Schritt 8: Randabschluss und Endprofile
Endprofile an der Traufe (vordere Kante) sorgen für sauberes Ablaufen des Wassers. Optional: kleine Regenrinne montieren.
Schritt 9: Schutzfolie abziehen
Erst jetzt! Vorher schützt sie die Platte vor Kratzern.
Ablauf-Details
Das Wasser vom Vordach läuft nach vorne zur Traufe. Wenn du unter dem Vordach nicht nass werden willst, brauchst du entweder eine Regenrinne oder eine Traufblende, die das Wasser gebündelt in eine Richtung ableitet. Passend dazu Dachrinnensysteme.
Zeitplan
- Planung, Bestellung: 1-2 Stunden
- Wand-Auflager und vordere Traufe: 2-3 Stunden
- Sparren und Basisprofile: 1-2 Stunden
- Stegplatten und Deckprofile: 1-2 Stunden
- Wandanschluss, Feinschliff: 1-2 Stunden
Ein Wochenende reicht für ein einfaches Vordach — bei zwei erfahrenen DIY-Menschen sogar einen langen Samstag.
Häufige Fragen zum Thema
Reicht 10 mm oder brauche ich 16 mm?
Für Vordächer bis ca. 2 × 1,5 m reicht 10 mm völlig. Schneelast beachten — in Zonen 3+ eher zu 16 mm greifen.
Brauche ich eine Baugenehmigung?
Meist nicht. Vordächer bis 2 m² sind in fast allen Bundesländern verfahrensfrei. Details im Ratgeber „Terrassendach ohne Baugenehmigung".
Kann ich das Vordach auch ohne Wandbefestigung bauen?
Ja, dann brauchst du zwei senkrechte Stützen mit Bodenankern. Optisch weniger elegant, statisch stabiler, wenn die Wand aus Klinker oder Wärmedämmung besteht.
Was mache ich, wenn die Wand nicht senkrecht ist?
Ausgleichen mit Beilagen zwischen Pfette und Wand. Ziel: die Pfette muss waagerecht auf gleicher Höhe verlaufen.
Sollte ich das Vordach lackieren oder lasieren?
Konstruktionsholz vor der Montage einölen oder lasieren — hält später Jahre länger. Alu-Profile brauchen keine Behandlung.
Fazit
Ein Vordach selber bauen ist ein DIY-Klassiker: mit 10 mm Stegplatten, dem passenden Verlegesystem und einem Wochenende Zeit machbar. Bei Fragen zur Materialauswahl: hello@biwo-bauwelt.com (Mo-Fr 9-18 Uhr). Versand bis zur Bordsteinkante.
