Ein Gartenpavillon sieht toll aus – bis der erste richtige Regen kommt und das Wasser durch die Stoff- oder Lattenkonstruktion tropft. Wenn du deinen Pavillon endlich das ganze Jahr nutzen willst, führt kein Weg an einer festen Dacheindeckung vorbei. Die zwei ehrlichsten Optionen dafür sind Wellplatten und Stegplatten. Beide sind leicht, lichtdurchlässig und du kannst sie selbst montieren. Welche für dich passt, hängt von Dachform, Neigung und deinem Budget ab – und genau das klären wir hier, ohne Werbe-Blabla.
Was du in diesem Artikel lernst
- Wann Wellplatten und wann Stegplatten die klügere Wahl für deinen Pavillon sind
- Welche Dachneigung dein Pavillondach mindestens braucht, damit nichts tropft
- Wie viel Material du für ein typisches 3x3-m- oder Sechseck-Dach brauchst
- Wie du die Platten sturmfest und richtig auf der Unterkonstruktion befestigst
- Welche Fehler beim Bohren, Verschrauben und bei der Neigung am häufigsten passieren
- Was das Ganze ungefähr kostet und womit du starten solltest
Wellplatten oder Stegplatten – was passt zu deinem Pavillon?
Die Grundfrage zuerst: Wie sieht dein Pavillon aus? Bei einem klassischen Pavillon mit Sattel- oder Pultdach und sichtbaren Sparren spielen Wellplatten ihre Stärke aus. Sie sind robust, günstig, brauchen wenig Unterkonstruktion und lassen sich über einzelne Pfetten legen. Bei einem flachen oder leicht geneigten Dach, bei dem du es hell und wohnlich haben willst, sind Stegplatten (Doppelstegplatten aus Polycarbonat) angenehmer: Sie dämmen besser, wirken hochwertiger und lassen diffuses, blendfreies Licht durch.
Die kurze Faustregel
Wellplatten = günstig, robust, schnell, ideal für Nutz- und Freizeitpavillons. Stegplatten = wohnlicher, wärmer, teurer, ideal wenn du unter dem Pavillon auch mal sitzen und essen willst. Wenn du unsicher bist, hilft dir unser Produktberater in zwei Minuten zur passenden Platte. Eine große Auswahl an passenden Profilen findest du in der Kategorie Alle Wellplatten.
Für den direkten Materialvergleich lohnt sich außerdem unser Ratgeber PVC oder Polycarbonat Wellplatten – die dort erklärten Unterschiede gelten für den Pavillon genauso.
Die richtige Dachneigung – hier tropft es sonst
Der häufigste Grund für ein undichtes Pavillondach ist zu wenig Gefälle. Wasser muss ablaufen können, sonst steht es in den Wellen oder Stegkanälen und sucht sich seinen Weg unter die Überlappung.
Konkrete Mindestwerte
Für Wellplatten gelten laut Herstellerangaben je nach Profil rund 5° bis 7° Mindestneigung (etwa 9 bis 12 cm Höhenunterschied pro Meter). Bei Stegplatten solltest du mindestens 5°, besser 7° bis 10° einplanen, damit Kondens- und Regenwasser sicher abläuft. Weniger geht technisch, wird aber anfällig. Wie du die Neigung sauber planst und berechnest, zeigt dir Schritt für Schritt der Ratgeber Dachgefälle und Mindestneigung richtig planen.
Praxis-Tipp: Bei einem Sechseck- oder Rundpavillon läuft das Wasser sternförmig nach außen. Achte darauf, dass jede der Dachflächen die Mindestneigung erreicht – nicht nur die Hauptseite.
Materialbedarf für ein typisches Pavillondach
Damit du nicht mit halb leerem Warenkorb dastehst, hier grobe Richtwerte. Rechne bei Wellplatten immer eine Überlappung von einer Welle seitlich und rund 15 bis 20 cm längs ein.
Beispiel 3x3-Meter-Pultdach
Für eine Dachfläche von rund 9 bis 10 m² brauchst du je nach Plattenbreite etwa 5 bis 7 Wellplatten, dazu Kalotten und Dichtscheiben sowie passende Spenglerschrauben. Plane rund 10 % Verschnitt ein. Bei Stegplatten kommen zusätzlich Verbindungsprofile, Abschlussprofile und Anti-Dust-Bänder für die offenen Kanäle dazu – die gehören zwingend dazu, sonst setzt sich Schmutz in den Stegen ab.
Das brauchst du
- Well- oder Stegplatten in der passenden Länge – Auswahl in der Kategorie Alle Wellplatten
- Passende Befestigung: Kalotten, Dichtscheiben, Spenglerschrauben (Wellplatte) bzw. Profile und Klemmen (Stegplatte)
- Unterkonstruktion aus Holz oder Alu mit dem richtigen Sparrenabstand
- Akkuschrauber, Stichsäge mit feinem Blatt, Maßband, Schnur für die Flucht
Du bist dir bei Menge und Profil unsicher? Dann geh die Wellplatten-Kaufberatung durch – dort ist die Auswahl nach Anwendung sortiert.
Befestigung – so wird das Dach sturmfest
Leichte Platten sind praktisch, aber sie brauchen genug Befestigungspunkte, sonst hebt der erste Herbststurm sie an. Als Richtwert gilt: Verschraube immer auf dem Wellenberg, niemals im Tal, und setze pro Quadratmeter mindestens 4 bis 6 Schrauben – an den Rändern und Firstpunkten dichter.
Bohren mit Übermaß
Kunststoff dehnt sich bei Wärme aus. Bohre die Löcher deshalb rund 2 bis 3 mm größer als der Schraubendurchmesser vor, damit sich die Platte bewegen kann, ohne zu reißen. Zieh die Schrauben nur handfest an – wenn sich die Dichtscheibe leicht wölbt, ist Schluss. Eine ausführliche Anleitung dazu findest du unter Wellplatten verlegen – Schritt für Schritt.
Wenn dein Pavillon eher wie ein kleines Gartenhaus mit festem Dach werden soll, lies auch unsere Projekt-Anleitung Gartenhaus-Dach eindecken – die Prinzipien zur Unterkonstruktion sind identisch.
Klar oder opal – welche Lichtfarbe unter dem Pavillon?
Unter einem Pavillon sitzt du oft – deshalb ist die Lichtfarbe wichtiger als beim reinen Geräteschuppen. Klare Platten holen maximales Licht rein, heizen aber im Sommer stärker auf und blenden. Opale oder bronzefarbene Platten machen ein weiches, angenehmes Licht und reduzieren die Hitze spürbar. Für einen Sitzplatz sind opale Stegplatten meist die angenehmere Wahl. Mehr dazu im Ratgeber Klare oder opale Stegplatten.
Häufige Fragen zum Thema
Kann ich Wellplatten direkt auf die vorhandenen Pavillon-Sparren legen?
Meist ja, wenn der Sparrenabstand zum Profil passt. Für viele Wellprofile liegt der maximale Auflagerabstand laut Herstellerangaben bei rund 60 bis 80 cm. Ist dein Abstand größer, musst du Querlatten ergänzen, sonst durchbiegen sich die Platten.
Wie viel Neigung braucht mein Pavillondach mindestens?
Plane bei Wellplatten mindestens 5° bis 7°, bei Stegplatten mindestens 5°, besser 7° bis 10°. Weniger Gefälle erhöht das Risiko für stehendes Wasser und Undichtigkeiten.
Halten die Platten Schnee und Sturm aus?
Bei korrektem Sparrenabstand und ausreichend Befestigungspunkten ja. Entscheidend sind die Auflagerabstände laut Herstellerangaben und mindestens 4 bis 6 Schrauben pro Quadratmeter, an den Rändern mehr.
Vergilben die Platten mit der Zeit?
Hochwertige Polycarbonatplatten haben laut Herstellerangaben eine UV-Schutzschicht und sind lange klar. Günstige PVC-Wellplatten können früher vergilben. Den Unterschied erklären wir im PVC-vs-Polycarbonat-Vergleich.
Kann ich Well- und Stegplatten mischen?
Grundsätzlich schon, optisch wirkt es aber meist unruhig. Entscheide dich pro Dachfläche für ein System – das ist auch bei der Befestigung deutlich einfacher.
Brauche ich für das Pavillondach eine Genehmigung?
Für ein kleines, nicht fest an Wohngebäude angebautes Gartenpavillondach ist meist keine Genehmigung nötig. Das hängt aber vom Bundesland und der Größe ab – frag im Zweifel bei deiner Gemeinde nach.
Fazit
Für einen robusten, günstigen und schnell fertigen Pavillon sind Wellplatten die pragmatische Wahl. Willst du es wohnlicher, wärmer und mit weichem Licht zum Sitzen, greif zu opalen Stegplatten. Wichtig ist in beiden Fällen: genug Neigung, passender Sparrenabstand, auf dem Wellenberg verschrauben und mit Übermaß bohren. Dann bleibt dein Pavillon jahrelang dicht. Starte am besten direkt in der Kategorie Alle Wellplatten oder lass dich vom Produktberater führen. Fragen zur Menge oder zum Profil? Schreib uns einfach an hello@biwo-bauwelt.com.
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