Gefälle

Stegplatten-Dach mit Gefälle planen – die richtige Mindestneigung

Stegplatten-Dach mit richtigem Gefälle und Mindestneigung

Ein Stegplatten-Dach lebt vom Gefälle. Wird es zu flach geplant, bleibt Regenwasser stehen, Schmutz und Algen setzen sich fest, und im schlimmsten Fall drückt sich Wasser unter die Profile. Damit dein Terrassendach oder Carport jahrelang klar und sauber bleibt, muss die Neigung stimmen. In dieser Anleitung erfährst du, welche Mindestneigung für Stegplatten empfohlen wird, wie du das Gefälle in Zentimeter umrechnest und wie du beim Bau alles richtig ausrichtest.

Welche Mindestneigung brauchen Stegplatten?

Als Faustregel gilt für Stegplatten aus Polycarbonat eine Mindestneigung von rund 5 Grad, was etwa 9 Prozent Gefälle entspricht. In der Praxis solltest du besser 7 bis 10 Grad einplanen – je steiler, desto besser laufen Wasser und Schmutz ab und desto weniger Ablagerungen bleiben in den Hohlkammern sichtbar. Unter 5 Grad wird es kritisch: Das Wasser steht, trocknet an und hinterlässt Ränder. Wichtig ist außerdem, dass die Hohlkammern der Platten immer in Gefällerichtung verlaufen, damit eventuell eindringendes Kondenswasser frei ablaufen kann.

So rechnest du das Gefälle in Zentimeter um

Gefälle in Prozent bedeutet Höhenunterschied pro Länge. Bei 3 Metern Dachtiefe und gewünschten 10 Prozent Gefälle brauchst du also 30 cm Höhenunterschied zwischen Wandanschluss und Traufe (3 m × 10 % = 0,30 m). Faustformel: Höhenunterschied = Dachtiefe × Gefälle in Prozent ÷ 100. Rechne lieber etwas großzügiger – ein Grad mehr schadet der Optik nie, ein Grad zu wenig kostet dich später Putzarbeit.

Material und Werkzeug für die Planung und Montage

  • Stegplatten in passender Stärke (meist 10 oder 16 mm Polycarbonat)
  • Verlegeprofile (Thermo-, Schraub- oder Klemmprofile) inklusive Dichtungen
  • Alu- oder Holz-Unterkonstruktion mit definierter Neigung
  • Anti-Dust-Tape und Alu-Klebeband für die Plattenenden (offen unten, geschlossen oben)
  • Lange Wasserwaage, Neigungsmesser oder Smartphone-App
  • Zollstock, Schlagschnur, Akkuschrauber, Kappsäge mit feinem Blatt

Schritt für Schritt zum richtigen Gefälle

  1. Dachtiefe messen: Miss den Abstand von der Hauswand bis zur geplanten Traufkante – das ist deine Bezugslänge für die Berechnung.
  2. Gefälle festlegen: Entscheide dich für mindestens 7 bis 10 Grad und rechne den nötigen Höhenunterschied aus.
  3. Wandanschluss anreißen: Markiere die obere Höhe am Haus und übertrage die untere Traufhöhe mit dem berechneten Unterschied auf die Pfosten.
  4. Unterkonstruktion ausrichten: Baue die Sparren mit dem Neigungsmesser exakt auf das Gefälle aus. Kontrolliere jeden Sparren, damit keine Mulde entsteht, in der Wasser steht.
  5. Sparrenabstand prüfen: Stimme den Abstand der Sparren auf Plattenbreite und Statik ab – wie du den Sparrenabstand von Stegplatten richtig berechnest, erklären wir dir im Detail.
  6. Platten ausrichten: Lege die Stegplatten so auf, dass die Hohlkammern in Gefällerichtung laufen. Enden oben mit Alu-Band verschließen, unten mit Anti-Dust-Tape offen halten.
  7. Profile verlegen: Setze die Platten in die Profile und verschraube sie. Wie das sauber gelingt, siehst du in unserer Anleitung zum Verlegen von 16-mm-Stegplatten mit dem Deckprofil-A2-System.
  8. Wasserprobe machen: Kippe zum Schluss einen Eimer Wasser aufs Dach und beobachte, ob es überall zügig zur Traufe abläuft. Bleibt irgendwo eine Pfütze, korrigiere die Unterkonstruktion nach.

Die richtige Plattenstärke nicht vergessen

Das Gefälle ist nur die halbe Miete – auch die Stärke der Platten muss zur Spannweite und zur Belastung passen. Ob 10 oder 16 mm die richtige Wahl sind, hängt von Sparrenabstand, Schnee und Wind ab. Lies dazu, ob 10 oder 16 mm Stegplatten für dein Vorhaben nötig sind, bevor du bestellst.

Fazit

Plane dein Stegplatten-Dach mit mindestens 7 bis 10 Grad Neigung, richte jeden Sparren sauber aus und verlege die Platten mit den Hohlkammern in Gefällerichtung – dann bleibt das Dach klar und wartungsarm. Brauchst du Hilfe bei Stärke, Neigung oder Profilwahl? Im BIWO Ratgeber findest du weitere Planungshilfen. Und wenn du gleich losbauen willst: In der Black-Weeks-Aktion bekommst du Stegplatten und Profile gerade günstig – die besten Angebote fasst unser Beitrag zur Black Week im August 2026 zusammen.

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